Bierspezialität bleibt in Goslar

13. Juni 2004 Harzer Panorama am Sonntag

Goslar/T. Wenn einer schon als Dreikäsehoch (mit Malzbier) Werbung für eine Brauerei macht und in ganz Bayern von den Plakaten lächelt, dann hat er, fast zwangsläufig, eine große Affinität zu diesem Getränk.

So war es jedenfalls beim gebürtigen Braunschweiger Odin Paul, für den es schon früh in seinem Leben feststand, daß er Brauer werden wollte. Daß er jetzt auch noch der “Retter” der Goslarer Gose ist, einer Bierspezialität, die im Mittelalter hier ihre Blütezeit erlebte, dann fast in Vergessenheit geriet und in den letzten Jahren “Wiederauferstehung” feiern konnte, kann also kein Zufall sein. Der junge Diplom-Braumeister, aus Braunschweig stammend, lernte sein Handwerk in Altenau in der Kolberg Brauerei, studierte in Berlin, machte ein Aufbaustudium Getränketechnologie und kam schließlich in den Harz zurück.

Odin Paul ist nun der Nachfolger von Andreas Wagenführer geworden, der in den zehn Jahren davor in seinem Gosebrauhaus in Oker das Harzer Urbier hergestellt hatte. Ihm war bei der Nachfolger-Suche wichtig, dass das Bier weiterhin in Goslar hergestellt wird. Das garantierte ihm Odin Paul, wenngleich er vorübergehend noch in Braunschweig braut, das Bier aber in Oker, wo die Kapazitäten für seinen Bedarf zu gering waren, reifen und lagern lässt. Paul ist in Goslar auf der Suche nach einer geeigneten Heimstatt für entweder ein Brauhaus oder ein Brauhaus mit angeschlossener Gastronomie, wo er das obergärige Bier, das sowohl dem Geschmack von Hefebier- als auch Pils-Freunden gleichermaßen entgegen kommt, brauen kann. Die regionale Bier-Spezialität passt bestens zur regionaltypischen Küche, wie sie Worthmühlen-Wirt Michael Randolff mit Unterstützung durch Fleischermeister Hans-Dieter Lambertz aus St. Andreasberg anbietet, der ihn mit heimischen Wild- und Wurstspezialitäten beliefert. Daher ist die Worthmühle auch das einzige Lokal in Goslar, wo es die Gose frisch vom Fass gezapft gibt.

Einige andere Gaststätten haben Gose in Flaschen, insgesamt aber ist der Umsatz ausbaubar und Paul will ihn steigern.

Wer die Gose einmal ausprobieren will, hat dazu am 15. Juni die Gelegenheit, denn dann gibt es das Bier bei der EM-Übertragung auf dem Marktplatz. Eine weitere Gelegenheit bietet sich bei der 750-Jahr-Feier des Großen Heiligen Kreuzes, wo das Bier am 18. und 20. Juni ausgeschenkt wird.

Bierfreunde, die lieber zu Hause probieren möchten, können sich die Gose auch in Flaschen liefern lassen. Anfragen unter Brauhaus Goslar, Odin Paul, Tel. 05321/685804 oder per E-Mail an.

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